Kommentare zu “Europas Austeritätsdebatte – eine Themenverfehlung”

Kommentare im Standard.at Forum zum Artikel “Europas Austeritätsdebatte – eine Themenverfehlung

Man muss sich das im Detail ansehen:
Es gibt die Leistungsbilanz:
http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_PUBLIC/6-15042013-AP/EN/6-15042013-AP-EN.PDF

und die Zahlungsbilanz (total cash flows):
http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_PUBLIC/2-19042013-AP/EN/2-19042013-AP-EN.PDF

Der Teufel steckt immer im Detail, ein Fallbeispiel:
USA hatte eine negative Leistungsbilanz mit China (importiert mehr aus China, als sie nach China exportieren)
USA hatte eine negative Zahlungsbilanz mit China (mehr  Investmentbanker aus den USA investieren Kapital in China, als umgekehrt)
Es sammeln sich jetzt viele $ Devisen in China an und der $ müsste gegenüber der Volkswährung entwerten. (flexible Wechselkurssysteme nach Ende des Bretton Woods)

Aber jetzt gibt China den USA einen Megakredit in der dreifachen Höhe der überschüssigen Devisen und dieser Kapitalstrom macht sich in einer plötzlich positiven Zahlungsbilanz zur Gunsten der USA bemerkbar und der $ wertet gegenüber 人民币/人民幣 rénmínbì auf. (Die Kreditzinsraten für diesen Kredit muss die USA aber viele Jahre lang abzahlen und hat dadurch dann immer negativen Faktor in der Zahlungsbilanz)

Die Renditen aus den Investitionen der Investmentbanker aus China in die USA, würden sich als plus in der Zahlungsbilanz der USA niederschlagen.
Die Kreditzinsrückzahlungen von Onkel Sam an die Volkskongressbank würde sich als minus in der Zahlungsbilanz der USA niederschlagen.

Wenn sich das ausgleicht, dann wirkt es so, als hätte die USA eine ausgeglichene Zahlungsbilanz mit China

Aber ACHTUNG:
Das Plus in der Zahlungsbilanz geht rein in den privaten Sektor (an die Investmentbanker) und
das Minus in der Zahlungsbilanz geht rein zu Lasten des öffentlichen Sektors der USA.

Sagen wir weiter, die USA würde jetzt Reichensteuer zur Tilgung ihrer Staatsschuld einführen wollen.
Der Investmentbanker verlagert einen Teil seiner Aktivitäten nach Australien (Kapital kann in Sekunden überall hin transferiert und investiert werden). Dann hätte Onkel Sam weniger zu besteuern. Andere Reichen, wie Bill Gates, die eigentlich immer für die Wirtschaft und Leute in den USA was taten, würden plötzlich zur Kasse gebeten werden. Gleichzeitig würde, da ein Teil der Rendite aus China jetzt nach Australien fließt und nicht mehr in die USA, der $ gegenüber dem AUS$ an Wert verlieren (und keiner außer die reichen Investoren, wüsste warum.  Sie könnten so gleich seinen Reichtum vergrößern, indem sie mittels Devisenwetten oder cross currency swaps aus dieser Entwicklung Geld machten)

Aber das ist nur eines der Probleme des globalen Finanzsystems!

http://derstandard.at/plink/1363710670150?_pid=31520972#pid31520972

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One Response to Kommentare zu “Europas Austeritätsdebatte – eine Themenverfehlung”

  1. he23area23 says:

    Reblogged this on he23@area23 and commented:
    Zahlungsbilanz und Leistungsbilanz

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